Essen Kaufen

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Ich gehe immer in den Volg um für den Abend Essen zu kaufen. Mein Mann kommt zwei Stunden danach von der Arbeit und die Kinder sind dann schon zu Hause. Die grosse Einkaufstüte deutet darauf hin, dass ich mehr als zwei Tomaten und eine Karotte kaufen möchte. Denn unsere Familie legt sehr grossen Wert auf gesundes Essen. Wir achten penibel auf die Herkunft des Fleisches und verwenden möglichst viel Gemüse aus der Region.

Doch heute bin ich nicht ganz bei der Sache. Es liegt nicht an dem Essen, sondern an einem neuen Verkäufer. Dieser raubt mir ganz und gar die Sinne. Er ist gross, breite Schultern, braune kurze Haare und grüne Augen. Mir kommen viele Gedanken in den Kopf, welche ich krampfhaft versuche zu vergessen. Ich bin eine verheiratete Frau und Mutter von zwei Kindern. So was gehört sich nicht!

Das Essen habe ich schon fast vergessen. Ich schleiche mich von Regal zu Regal und versuche heimlich diesem Traumverkäufer auszuspähen. Jetzt bin ich beim Pudding und mache den Anschein, als ob ich die Verpackung lesen möchte. Bei einem weiteren Versuch ihn anzuschauen, merke ich, dass er auf mich zukommt. Mein Herz fängt an zu rasen, ich bekomme weiche Knie und in meiner Kehle bildet sich ein unüberwindlicher Klos.

„Hallo, mein Name ist Jan. Kann ich Ihnen helfen?“
„Nein“ Ich muss räuspern... „Nein ich komme schon alleine zu Recht, danke.“
„Achso, ich habe Sie beim Eintreten bemerkt und habe gesehen, dass Sie sehr unentschlossen hin und her laufen. Wie auch immer, ich entschuldige mich für die Störung.“

Mit einem Lächeln, welches Krankheiten heilen könnte, verabschiedete er sich und seine weissen Zähne erleuchteten den ganzen Raum. Und plötzlich fing ich an zu reden, obwohl ich das gar nicht wollte.

„Entschuldigung, eine Frage hätte ich schon. Sind Sie neu hier, ich hab Sie noch nie gesehen?“
„Ja, ich bin seit gestern hier als Verkäufer angestellt. Ich bin momentan für das Essen zuständig, aber vielleicht wird mir auch eine neue Abteilung oder gar eine neue Filiale zugeteilt.“
„Nein, bitte nicht.“ Hab ich das wirklich laut gesagt!?! Bitte Gott, hoffentlich habe ich das nur gedacht.
„Hehe warum denn nicht?“
Er hat es wirklich gehört, ich würde mich am liebsten unter dem Regal verstecken.
„Nur so, es ist schön neue Gesichter in dieser abgeschotteten Filiale zu sehen. Da macht das Einkaufen mehr Spass.“
„Sie haben aber bis jetzt noch nichts eingekauft, da müssen sie sich beeilen oder wollen sie heute nichts essen?“
Ich nicke ihm ebenfalls mit einem Lächeln und packe das benötigte Essen ein meinem Einkaufswagen. An der Kasse begegne ich ihm wieder und ich hoffe, dass dieser Moment ewig andauert.

„Entschuldigung, dass ich Sie so überfalle, aber Sie sind eine wunderschöne Frau. Würden Sie vielleicht Morgen mit mir einen Kaffee trinken gehen?“
„Das kommt aber plötzlich, ich weiss nicht mal Ihren Namen.“
„Doch, den hab ich Ihnen schon gesagt, aber Sie haben Ihren Namen nicht verraten.“
„Stimmt, ich heisse Pauline.“
„Also Pauline, wollen wir morgen einen Kaffee trinken gehen?“
Ich hielt meine Geldbörse in der Hand und auf der einen Innenseite waren die Fotos meiner Kinder und meines Mannes zu sehen. Ich liebe meinen Mann und meine Kinder über alles.

Ich klappe ich diese Innenseite zu, packte das Essen in die Einkaufstasche und willigte dem Jan zu einem Kaffee zu. Ich hoffe mein Mann erfährt nichts davon…

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