Stuhl

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Warum der Junge sich so gewehrt hat rein zu gehen, weiss ich nicht. Es tut eigentlich gar nicht so weh oder sogar überhaupt nicht weh. Nun ja, ich warte immer noch auf dem weissen Stuhl vor der Türe. Die Zeit nutze ich, um die Leute zu beobachten. Man nimmt sich sonst nie Zeit, einfach in die Gegend zu schauen. Stattdessen hetzt man von Termin zu Termin, hat Aufgaben die nie zu Ende sind etc.

Man sollte öfters einen Stuhl oder zwei irgendwo platzieren. Natürlich gibt es Parkbänke oder sonstige Sitzgelegenheiten, aber ein Stuhl ist nun mal besser. Ich sehe die Leute ins Restaurant hineingehen und sich die Bäuche vollschlagen. Gleichzeitig sehe ich hinter dem Restaurant eine junge Frau, die Essen aus dem Abfalleimer holt. Wahrscheinlich ist sie eine Mutter, da ein Kind an ihr Klebt und sie nicht los lässt.

Rechts vom Restaurant ist eine Strasse die repariert werden sollte. Ich drehe meinen Stuhl zur Strasse und warte gespannt, bis etwas kommt. Da sehe ich einen alten Mann mit einem langen Bart, welcher einen Esel nach sich zieht. Der Esel wehrt sich und erschwert diese Reise enorm. Plötzlich flitzt ein Audi R8 vorbei und der Esel springt erschrocken auf die Seite. Der alte Mann beruhigt ihn und läuft weiter. Ich habe grosses Mitleid mit dem alten Mann und will ihn nicht mehr ansehen müssen. Darum drehe ich meinen Stuhl um 180 Grad und sehe jetzt zu einem Wohnblock hin.

Die Graffitis schmücken Fassade. Wobei nicht alle schön oder kreativ sind. Sogar ein Stuhl wurde aufgesprayt. Belustigt denke ich, dass dieser Stuhl nicht so gemütlich ist, da dieser mit Stacheln versehen ist. Da höre ich ein kleines Mädchen weinen. Ich schaue hinauf und entdecke ein offenes Fenster. Das Mädchen weint, weil ihr Bruder ihre Schuhe kaputtgemacht hat. Er hat ihren Klettverschluss abgeschnitten. Die Mutter beruhigt ihr Kind und verspricht ihr, sobald der Vater den Lohn bekommt, wird sie ganze vier Euro für neue Schuhe bekommen. Traurig blicke ich auf meine Nike Air Max welche ich für 245.- Franken gekauft habe. Vor Scham verschlisse ich die Augen.

Da klopft man mir auf die Schulter und sagt: „Du bist der Nächste, komm rein. Setzt dich bitte auf diesen Stuhl.“

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