One Way Ticket

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Mein ehemaliger Mitarbeiter war ein wundervoller Mensch. Sehr hilfsbereit, aufrichtig und konnte keiner Fliege etwas zuleide tun. Sein Einsatz bei der Arbeit hat allen gefallen und dadurch motivierte er seine Teamkollegen sich noch mehr anzustrengen. Seine Aufgabe am Flughafen war eine der wichtigsten überhaupt. Er sorgte für die Sicherheit der Passagiere, welche sich in einem Flugzeug befanden. Es war nicht möglich, dass ein Flugzeug abhob, ohne dass er sein Okay gegeben hat. Natürlich war der Flughafen nicht sehr gross und nur etwa alle 30 Minuten hob solch eine Blechbüchse ab.

Einmal pro Monat hat er zufällig ein Flugzeug ausgesucht und ist selber als Passagier mitgeflogen. Somit erhoffte er sich, mehr für die Gäste zu tun und für die Sicherheit seines Landes. Ironischerweise flog er selber nie in die Ferien, davor hatte er zu viel Angst, da er als beurlaubter nicht die Flugzeuge kontrollieren darf und somit „blind“ den anderen vertrauen muss. Mit seinem VW fuhr er jede Strecke, egal wie weit sie war. Manchmal scherzten wir in der Gruppe, dass er Flügel an die Seitentüre montieren sollte. Die Erlaubnis für die Piste würde er sich selber geben und dann kann auch er einmal in die Ferien fliegen.

Nun war aber einer dieser Tage im Monat, an dem er einen Testflug aussuchte. Waukesha – Green Bay hin und zurück lautete die Strecke. 25 Minuten vor dem Start war er vor dem Flugzeug und kontrolliere die Blitzlichter, die Begrenzungslichter, die Rollscheinwerfer, die Landscheinwerfer, das hintere Navigationslicht und sogar das Logolicht. Danach waren die Flugzeugturbinen an der Reihe. Er war sehr penibel und wollte überall saubere Bläser, da nur schon eine Krähe die Turbine zerstört.

Der Gang zu seinem Sitz war nie auf direktem Weg. Zuerst kontrollierte er die Schränke der Flight Attendant und danach mussten sie ihm zwei bis drei Notfragen beantworten. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns einmal geflogen ist, aber ich wette keiner hat jemals so genau hingehört was die Stewardessen vor dem Abflug sagen wie mein guter alter Freund. Er schrieb sich jedes Detail auf, welches ihm nicht gefiel und hat anschliessen den Piloten informiert, dass dies zu korrigieren sei. Nach den Ansagen prüfte er nach, ob wirklich die Schwimmweste unter dem Sitz ist, ob wirklich das A4 Blatt mit den bildlichen Instruktionen vor ihm war etc. Sehr gerne hätte er auch jeweils die Leine bei seiner Weste gezogen, ob es sich wirklich aufbläst. Aber dies würde gegen die Vorschriften verstossen.

Der Pilot meldete in Kürze zu starten. Mein Freund checkte zum Schluss, ob die Fenster dicht sind und ob man diese optimal verdunkeln kann. Der Lärmpegel nahm zu, die Geschwindigkeit wurde erhöht, alle wurden in den Sitz gepresst und das Flugzeug schnellte nach vorn. Die Nase wurde angehoben und man erwartete nur noch die letzten zwei Paar Reifen. Jedoch wurde ein vorbeifliegender Storch in die linke Turbine hineingesogen und zerstörte den Mechanismus. Aufgrund dieses Ereignisses knallte die Flugzeugspitze gegen den Boden. Dadurch verlor der Pilot die Kontrolle und das Flugzeug kam von der Bahn ab und raste über den Rasen. Mit 150 km/h raste der rechte Flügel in die Zentrale und das Flugzeug wurde um 90 Grad um die eigene Achse gedreht.

Die Zeitungen schrieben vom Glück im Unglück. Von 219 Passagieren haben 218 überlebt. Dieser verunglückte Gast war mein Freund. Er hatte vergessen sich anzuschnallen.

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