Freunde Im Nebel

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Eigentlich sollten meine Freunde schon hier sein, doch ich war noch alleine. Sie wissen, wie sehr ich Unpünktlichkeit hasse. Nach weiteren fünf Minuten einsam im dichten Nebel, beschloss ich zum Fussballplatz zu gehen. Ich wärmte mich lieber auf und schoss aufs Tor, bis sie da waren. Mit Mühe und Not meistere ich die Tritte zum Rasen. Es ist mir bewusst, dass der Herbst nebelanfällig ist, jedoch so stark habe ich ihn noch nie in Erinnerung gehabt.

Nach unzähligen Torschüssen und Flanken wurde ich immer wütender. Wie kann man mich 30 Minuten warten lassen! Ich nahm den Ball in die Hände, lief die Tritte hinauf und begab mich zum Treffpunkt. Von weitem war nichts ausser Nebel zu sehen, doch mit jedem Schritt wurden klarere Silhouetten sichtbar. Nach ihnen rufen wollte ich nicht, somit ging ich direkt auf sie zu. Sie waren im Kreis versammelt und redeten kein Wort miteinander.

Wutentbrannt teilte ich meinen Ärger über diese Respektlosigkeit mit. Aber ich war nicht sehr nachtragend und habe ihnen sogleich angeboten mit mir zum Fussballplatz zu gehen, Fussball zu spielen und diese Sache zu vergessen. Sie nickten und sagten kein Wörtchen. Eigentlich bin ich nur ein mittelmässiger Spieler, doch an diesem Tag habe ich jeden Ball getroffen und ihn perfekt platziert. Der Ärger über die Verspätung schien vergessen gegangen zu sein. Mir kam die Spieldauer wie eine Ewigkeit vor.

Ich rannte direkt auf das Tor zu und musste zwei meiner Freunde ausdribbeln und hatte dann freie Schussbahn. Den ersten Gegenspieler habe ich mit einem berüchtigten Zidane-Trick ausgetrickst. Der Zweite hat es mir schwerer gemacht, jedoch konnte ich auch ihn bewältigen. Bei beiden Gegnern entschied ich das Duell für mich und jetzt war der Torhüter dran. Ich legte mir den Ball vor und wollte abdrücken. Da kam von rechts ein heftiger Windstoss und trug den Nebel wie von Hand vom Fussballplatz weg. Ich schloss meine Augenlider, da die kalte Luft in den Augen brannte.

Als ich die Augen öffnete und abschiessen wollte, waren all meine Freunde weg. Keine Mitspieler, keine Gegenspieler und auch kein Torhüter. Nur der Ball und ich waren vor dem Tor.

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